ADHS SchulkindVitamin C - weit mehr als nur ein „Immunvitamin“

 

Wir alle verbinden Vitamin C mit der Abwehrkraft in der Erkältungszeit, doch es kann weit mehr, als nur unser Immunsystem zu stärken.
Es gilt als starkes Antioxidans, unterstützt den Cholesterinabbau, fördert die Leberentgiftung und spielt eine entscheidende Rolle bei der Kollagenproduktion.

Besonders spannend: Auch für unseren Magen-Darm-Trakt ist Vitamin C ein stiller, aber bedeutender Helfer. Grund genug, die unterschätzte Welt dieses essenziellen Vitamins genauer zu betrachten – damit du stark durch die Erkältungszeit und unbeschwert durch die genussvolle Weihnachtszeit kommst. 😉


Unverzichtbar oder doch überbewertet? Finde es selbst heraus!

Sowohl der Mensch als auch einige Säugetierarten (wie z.B. Primaten oder Meerschweinchen) können Vitamin C nicht synthetisieren.
Die Wissenschaft nimmt an, dass vor 60 Millionen Jahren ein „Vorgänger der Primaten“ durch Genmutation die Fähigkeit verloren hat, das Enzym Gulonolacton-Oxydase herzustellen, welches in der Leber zur Produktion von Vitamin C benötigt wird.
Der angeborene Vitamin-C-Mangel des Menschen ist also ursprünglich kein Ernährungsmangel, sondern eine Enzymmangelkrankheit, die nicht allein durch das in der Nahrung vorhandene Vitamin C ausgeglichen werden kann.
Ohne diesen Erbschaden könnte der Mensch täglich selbst etwa 2,5-3,5 g Vitamin C in seinem Körper bilden. Erfolgt jedoch keine Einnahme von Vitamin C, entsteht ein Zustand im Körper, der auch subklinischer Skorbut genannt wird.

Ein subklinischer Skorbut ist eine milde Form des Vitamin-C-Mangels, die oft unbemerkt bleibt, aber langfristig zu Beschwerden führen kann. Der Körper bekommt dabei zwar noch genug Vitamin C, um schwere Symptome zu vermeiden, zeigt aber bereits erste Funktionsstörungen: Müdigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung oder empfindliches Zahnfleisch.
Besonders betroffen sind Menschen mit unausgewogener Ernährung, chronischem Stress oder Raucher, da ihr Bedarf deutlich höher ist. Wird der Mangel nicht erkannt, kann er langfristig Bindegewebe, Gefäße und Immunsystem schwächen.

Wie bereits erwähnt, liegt unser Fokus in diesem Artikel vor allem auf den Funktionen von Vitamin C im Zusammenhang mit dem Immunsystem und dem Magen-Darm-Trakt.
Zur besseren Übersicht haben wir jedoch auch weitere wichtige Aufgaben dieses Vitamins zusammengefasst:

  • Carnitinsynthese: Ascorbinsäure ist zusammen mit Niacin (Vitamin B3) und Vitamin B6 notwendig zur Produktion von Carnitin, einer aminosäureähnlichen Substanz, die zur Umwandlung von Fetten in Energie verwendet wird. Ein Mangel an Ascorbinsäure senkt den Carnitinspiegel und reduziert die Energieproduktion aus Fetten, was zu Ermüdungserscheinungen und Muskelschwäche führt.
  • Cholesterinabbau: Der erste große Schritt für den Abbau von Cholesterin hängt von Vitamin C ab. Deshalb erhöht sich der Cholesterinspiegel in Leber und Blut, wenn der Vitamin-C-Status gestört ist.
  • Endothelschutz: Vitamin C senkt das so genannte T-pA-Antigen (Marker der Dysfunktion des Endothels = Gefäßinnenwand) sowie das C-reaktive Protein (= klassischer Entzündungsmarker). Vitamin C ist im Hinblick auf arteriosklerotische Veränderungen von Bedeutung.
  • Entgiftung der Leber und Ausscheidung von Medikamenten und Chemikalien: Ascorbinsäure stimuliert das Enzymsystem der Leber, das das Blut entgiftet und Medikamente und toxische Umweltchemikalien (z.B. Pestizide, Lebensmittelzusätze, Schwermetalle) ausscheidet.
  • Förderung der Eisenresorption: Vitamin C begünstigt die Resorption von Eisen aus der Nahrung und aus der Nahrung und aus Supplementen erheblich.
  • Hormonproduktion: Die Produktion des Schilddrüsenhormons und der Hormone Adrenalin und Noradrenalin, die von den Drüsen der Nebennieren bei Stress ausgeschüttet werden, hängt von einem angemessenen Vitamin-C-Status ab.
  • Kollagenproduktion: Vitamin C ist ein unersetzbares Coenzym für die Synthese von Kollagen, wo es mit Eisen zusammenarbeitet. Vitamin C bereitet zwei Aminosäuren, Lysin und Prolin, für die Einlagerung in kollagenen Fasern vor und bindet einzelne Fasern zu Bindegewebe. Wenn es an Ascorbinsäure mangelt, entsteht schwaches Bindegewebe in Haut, Gelenken, Muskeln, Knochen und Gefäßen.
  • Synthese von Neurotransmittern: Ascorbinsäure ist notwendig für die Produktion von wichtigen Neurotransmittern (Überträgersubstanzen von Nervenimpulsen) im Gehirn, Noradrenalin und Serotonin.


Vitamin C Gargonia WEB CRVitamin C & Immunsystem

Vitamin C spielt eine zentrale Rolle für ein starkes und reaktionsfähiges Immunsystem. Bereits ab einer Dosis von etwa 1 g pro Tag kann es die Körpertemperatur leicht erhöhen – ein Effekt, der die Aktivität der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) unterstützt und die Abwehrreaktion des Körpers beschleunigt.
Darüber hinaus gilt Vitamin C als starkes Antioxidans: Es schützt Immunzellen vor oxidativem Stress, der insbesondere während Infekten oder Entzündungsprozessen deutlich ansteigt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist seine Beteiligung am Abbau von Histamin. Ein erhöhter Histaminspiegel kann die Wirksamkeit des Immunsystems beeinträchtigen und typische Erkältungssymptome wie verstopfte Nasenwege, Schleimhautschwellungen und Hustenreiz verstärken. Durch seine regulierende Wirkung auf das Histaminsystem kann Vitamin C dazu beitragen, diese Beschwerden abzumildern.

Darüber hinaus stimuliert Vitamin C die Bildung und Funktion verschiedener Immunzellen (z.B. Lymphozyten, Phagozyten und Neutrophile) und fördert deren Fähigkeit, Krankheitserreger gezielt zu erkennen und zu eliminieren. Auch die Produktion von Interferonen, körpereigenen Signalstoffen zur Virusabwehr, wird durch einen ausreichenden Vitamin-C-Spiegel unterstützt.
Insgesamt trägt Vitamin C somit wesentlich dazu bei, dass das Immunsystem effizient, kontrolliert und widerstandsfähig arbeitet.

Orangen VitCVitamin C und der Magen-Darm-Trakt

Vitamin C erfüllt im Verdauungssystem weit mehr Aufgaben, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Es wirkt nicht nur antioxidativ, sondern trägt entscheidend zur Gesundheit der Schleimhäute im Mund, Magen und Darm bei.
Diese Schleimhäute stellen die erste Barriere zwischen dem Inneren des Körpers und der Außenwelt dar – sie schützen vor Krankheitserregern, Toxinen und mechanischen Reizen. Ein ausreichender Vitamin-C-Spiegel unterstützt ihre Regeneration und Stabilität, da Ascorbinsäure für die Bildung von Kollagen und Bindegewebe unentbehrlich ist.

Darüber hinaus beeinflusst Vitamin C die Magensäureproduktion: Es trägt dazu bei, den pH-Wert im Magen zu regulieren und unterstützt so eine effiziente Eiweißverdauung. Gleichzeitig kann es – in gepufferter Form – helfen, übermäßige Säure zu neutralisieren und so Reizungen der Magenschleimhaut zu mildern.
Besonders bei Menschen mit empfindlichem Magen oder erhöhter Säurebelastung zeigt sich dieser Effekt positiv.

Auch im Darmmilieu spielt Vitamin C eine wichtige Rolle. Es unterstützt die Aktivität nützlicher Darmbakterien, zeigt eine antimikrobielle Aktivität gegenüber pathogenen Keimen und trägt zur Reduktion entzündlicher Prozesse in der Darmschleimhaut bei.
Durch seinen antioxidativen Effekt kann Vitamin C freie Radikale abfangen, die bei chronischen Entzündungen oder oxidativem Stress im Verdauungstrakt entstehen.

Zusätzlich verbessert Vitamin C die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln, indem es dreiwertiges Eisen (Fe³⁺) in die besser verwertbare zweiwertige Form (Fe²⁺) umwandelt. Dies ist insbesondere für Menschen mit niedrigem Eisenstatus oder vegetarischer Ernährung von Bedeutung, da die Eisenresorption dadurch deutlich erhöht wird.

Obst Gemuse VitCFazit:
Warum Vitamin C ein Multitalent ist – besonders für Immunsystem und Verdauung

Vitamin C ist weit mehr als ein klassisches Abwehrvitamin. Es steht im Zentrum zahlreicher biochemischer Prozesse und spielt gerade für das Immunsystem und den Magen-Darm-Trakt eine Schlüsselrolle.
Diese beiden Systeme sind eng miteinander verbunden – rund 70 % der Immunzellen befinden sich im Darm –, und beide profitieren in besonderem Maße von einer guten Versorgung mit Ascorbinsäure.

Im Immunsystem stärkt Vitamin C die Aktivität weißer Blutkörperchen, fördert die Bildung von Abwehrstoffen und schützt Immunzellen vor oxidativem Stress.
Dadurch kann der Körper Infektionen schneller bekämpfen und Entzündungsprozesse besser regulieren. Gleichzeitig unterstützt Vitamin C den Abbau von Histamin – ein wichtiger Faktor, wenn es um typische Erkältungssymptome wie Schleimhautschwellungen, Hustenreiz oder eine verstopfte Nase geht.

Im Verdauungssystem ist Vitamin C ebenso unverzichtbar. Es stärkt die Schleimhäute in Magen und Darm, fördert deren Regeneration und trägt zu einem stabilen, entzündungsarmen Milieu bei. Darüber hinaus unterstützt es den Aufbau einer gesunden Darmflora, hemmt das Wachstum pathogener Keime und verbessert die Aufnahme wichtiger Nährstoffe – insbesondere von Eisen.
So trägt Vitamin C entscheidend dazu bei, dass Verdauung und Abwehr Hand in Hand funktionieren und der Körper widerstandsfähig bleibt.
Ein optimaler Vitamin-C-Status hilft also nicht nur, Infekte abzuwehren, sondern stabilisiert auch die empfindliche Balance des Verdauungssystems.


Orange mit HerzVitamin C ist nicht gleich Vitamin C

Vitamin C kann in unterschiedlichen Formen vorliegen – und jede hat ihre eigenen Stärken. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern auch die Form, in der das Vitamin dem Körper zugeführt wird. Die zwei gängigsten Varianten sind Ascorbate (z. B. Natriumascorbat) und liposomales Vitamin C.
Beide liefern dieselbe Vitamin-C-Grundsubstanz, unterscheiden sich jedoch in Aufnahme, Verträglichkeit und Preis.

Ascorbinsäure und Ascorbate

Ascorbinsäure ist die natürliche, wasserlösliche Form von Vitamin C, wie sie auch in Lebensmitteln vorkommt. In Nahrungsergänzungsmitteln wird sie häufig als gepuffertes Ascorbat angeboten – also als Salz mit Mineralstoffen wie Natrium, Calcium oder Magnesium. Diese Form ist magenfreundlich, sehr gut verträglich und für die tägliche Einnahme hervorragend geeignet.
Ascorbate zeichnen sich durch hohe Stabilität, gute Dosierbarkeit und verlässliche Aufnahme im Dünndarm aus. Der Körper verwertet sie effizient, solange der Bedarf nicht massiv erhöht ist (z. B. bei akuten Infekten oder starker körperlicher Belastung). Für die meisten Menschen ist ein hochwertiges Ascorbat daher völlig ausreichend, um den Vitamin-C-Bedarf optimal zu decken.

Liposomales Vitamin C

Liposomales Vitamin C ist eine neuere, technologisch aufwendige Variante. Hier wird die Ascorbinsäure in winzige Fettkügelchen (Liposomen) eingebettet, die das Vitamin besonders gut vor Magensäure schützen. Dadurch kann es direkter in die Zellen aufgenommen werden und erreicht meist höhere Blutspiegel als herkömmliche Formen.
Diese Technologie ist vor allem dann interessant, wenn der Bedarf erhöht ist – etwa bei intensiver sportlicher Belastung, während Krankheit oder in Phasen starker Erschöpfung. Allerdings ist ein qualitativ-hochwertiges liposomales Vitamin C Produkt meist deutlich teurer und muss hinsichtlich Qualität und Lagerung sorgfältig ausgewählt werden.

Beide Formen haben ihre Berechtigung
Für die meisten Menschen ist ein hochwertiges Ascorbat die ideale Basisversorgung, während liposomales Vitamin C dann sinnvoll ist, wenn der Körper kurzfristig mehr braucht oder die Aufnahme eingeschränkt ist.

Markus Stark zu Vitamin C


 

Quellenangaben
Burgersteins Handbuch Nährstoffe | Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Vitamin C – Referenzwerte und Mangelsymptome, 2023, Vitamin-C-Mangel und Symptome | Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gesundheitliche Bewertung von Vitamin C, 2022, subklinischer Mangel und Ernährung | Linus Pauling Institut, Oregon State University: Vitamin C and Health, 2021 Auswirkungen niedriger Ascorbinsäurespiegel | Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie: Ascorbinsäure im Stoffwechsel, 2020 biochemische Hintergründe des Mangels | DGE Referenzwerte für Vitamin C, Funktionen und Bedarf, 2023 | Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Gesundheitliche Bewertung von Vitamin C und antioxidativer Wirkung, 2022 Schutz der Immunzellen vor oxidativem Stress | Institut für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim: Vitamin C und Histaminabbau im menschlichen Stoffwechsel, 2021 Histaminreduktion und Schleimhautregulation | Robert Koch-Institut (RKI) Vitamin C in der Immunabwehr – Zelluläre Mechanismen, 2020 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie (DGfI): Rolle von Mikronährstoffen in der Immunmodulation, 2021, Vitamin C und Interferonproduktion | DGE Vitamin C – Bedeutung für Bindegewebe und Schleimhäute, 2023 | Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Vitamin C und Magensäurehaushalt 2022 | Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie Einfluss antioxidativer Mikronährstoffe auf das Darmmikrobiom, 2021 | Universität Wien, Institut für Ernährungswissenschaften: Oxidativer Stress und Antioxidantien im Verdauungssystem, 2020 | Deutsche Gesellschaft für Hämatologie (DGHO) Vitamin C und Eisenresorption – Mechanismen und klinische Relevanz, 2022 |


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